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Das Pflegen eines Menschen erfordert viel Zeit, Geduld und Wissen. Dabei ist die Zeit die Variante, die nicht nur unter rein pflegerischen Aspekten bestmöglich ausgenutzt werden sollte. Bei professionellen Pflegediensten ist das häufig nicht ganz der Fall, da die Arbeitseffizienz zu sehr dominiert. Dabei kommt es eigentlich auch darauf an, die Zeit intensiv und vielseitig zu nutzen, indem auf die jeweiligen Bedürfnisse eingegangen wird.

Beim Selbstmanagement ist der Blick auf die eigene Arbeit und das eigene Vorgehen gerichtet, immer jedoch mit dem Bezugspunkt des Patienten als wichtigste Größe. Einige der Aspekte der persönlichen Routine im Umgang mit dem Patienten sollen im folgenden Text zusammengetragen werden. Wie organisiere ich mich selbst? Was benötigt der Patient? Wie könnte er mich überraschen? Wie sieht meine Beziehung zum Patienten aus?

Arbeitsabläufe optimieren, aber die Details im Blick behalten

Eigene Routinen bei der Pflege erleichtern den Ablauf der täglichen Arbeiten am und mit dem Patienten und geben auch dem Betroffenen Struktur. So können Morgentoilette, Anziehen und Frühstück einem bestimmten Ablauf folgen, der sowohl dem Pflegenden, als auch dem Patienten Sicherheit gibt.

Dabei dürfen jedoch nie solche Aspekte wie Tagesform oder individuelle Faktoren vernachlässigt werden. Schlechte Laune oder Beschwerden wie Kopfschmerzen sollten nicht übergangen, sondern mit Rücksicht und liebevoller Zuwendung bedacht werden. So sollten ggf. leichte Änderungen im Ablauf und der Geschwindigkeit möglich sein, sodass sich der Patient auch an schlechten Tagen wohl fühlen kann und sich in guten Händen weiß.

Weitere persönliche Optimierungen des Pflegers sind immer möglich und dazu sollten auch Hilfen wie Notizen, Apps, Erinnerungen oder schlicht neu gewonnene Erkenntnisse verwendet werden. Auch die persönliche Einstellung spielt eine Rolle, denn auch als Pflegender schwankt die Tagesform und Methoden zur inneren Ruhe und Kraftschöpfung wirken sich positiv auf die Arbeitsleistung aus.

Umfassendes Wissen über den Patienten sammeln

Je nachdem, warum ein Patient pflegebedürftig ist, müssen stets alle Faktoren und vor allem Neuerungen im Blick behalten werden. Insbesondere Pflegekräfte sind darüber hinaus dazu angehalten, in Pflegeprotokollen nicht nur die absolvierten Leistungen festzuhalten, sondern auch Veränderungen anzugeben z. B. Verschlechterungen des Gesundheitszustandes oder Fortschreiten von chronischen bzw. bisher nicht heilbaren Krankheiten wie etwa Demenz.

Für den Patienten ist der Verlust an Eigenständigkeit sowohl körperlicher als auch geistiger Natur immer belastend, insbesondere dann, wenn Sie oder er sich genau darüber bewusst ist. Bei Verletzungen, die langsam abheilen, kann es auch während des Heilungsprozesses immer wieder zu Rückschlägen kommen, dabei ist vor allem beim Verarzten, Massieren oder Einreiben von bestimmten Körperregionen und dem klassischen Verbandswechsel Sensibilität, Geduld und ein positives Auftreten gefragt.

Wie geht es dem Patienten heute?

  • Hat der Patient besondere Schmerzen?
  • Fällt ihm heute das Aufstehen, Essen etc. besonders schwer? Woran liegt das?
  • Existieren neue Verletzungen? Gab es vielleicht einen Unfall, ein Missgeschick?
  • Hat sich die Situation des Patienten dauerhaft verändert oder hat er heute nur einen schlechten Tag?
  • Gab es Fortschritte, hat sich die gesundheitliche Situation verbessert?
  • Wie ist es um die mentale Verfassung und Stimmungslage des Patienten bestellt?

Die Anzahl an Fragen rund um den Patienten ist sehr groß und nicht immer kann alles wahrgenommen werden. Neben Ihrer Beobachtungsgabe, sollten Sie ihn daher auch offen fragen, wenn Sie sich unsicher sind und Ihnen Veränderungen auffallen, die Sie nicht einordnen können. Rechnen Sie damit, dass der Patient ggf. nicht wahrheitsgemäß antwortet, weil Stolz oder Scham vorherrschen.

Achtung: Auch wenn Sie Fortschritte und Rückschläge festhalten müssen, lassen Sie niemals zu, dass die Bürokratie Ihnen zu viel wichtige Zeit raubt und gehen Sie sicher, den Kontakt zum Menschen im Zentrum der Arbeit zu behalten.

Intensive Beschäftigung mit dem Patienten auf zwischenmenschlicher Ebene

Im Rahmen des Selbstmanagements der Pflege eines anderen Menschen können Sie die enorm wichtige Beziehung zum Patienten und einiger wichtiger eigener Kompetenzen sowie Kompetenzen des zu Pflegenden vereinen. Das bedeutet: Die Beziehung zum Patienten ist extrem wichtig und wie bereits mehrfach erwähnt, die Basis für die Arbeit und die Erleichterung der Arbeit mit dem Menschen.

Bei bestehendem Vertrauensverhältnis lassen sich Arbeitsschritte schneller erledigen und gemeinsame Routinen besser abspulen. Außerdem kommt es durch Gespräche und regen Austausch zur wichtigen Informationsgewinnung über etwaige Veränderungen. Dabei lässt sich auch die Laune des Patienten steigern und durch ehrliches Interesse an seinen Belangen erhöht sich die Zufriedenheit.

Noch entscheidender ist dieser Aspekt in Bezug auf das Ernstnehmen seiner Fähigkeiten und Kompetenzen. Ein Modell der bekannten amerikanischen Pflegetheoretikerin Dorothea Orem geht hierbei davon aus, die Pflegekompetenz und auch die Bedürftigkeit daran festzumachen, was der Patient nicht kann bzw. im Umkehrschluss zu erfassen, was er oder sie im Rahmen von Selbstpflege tun kann. Dort wo Selbstpflegedefizite auftreten, muss der Pflegende einschreiten, eigene Möglichkeiten des zu Pflegenden entlasten den Pfleger und geben dem Patienten gleichzeitig Selbstvertrauen.

Um Ihr Pflegemanagement immer optimal zu gestalten, sind Sie zu ständiger Aufmerksamkeit aufgerufen. Sie sollten zwar Routinen entwerfen und in Abstimmung mit dem Patienten verfolgen, aber immer flexibel bleiben und diese an die Bedürfnisse und Veränderungen beim Patienten anpassen. Das A & O in der Pflege ist die positive Beziehung zum Patienten, die durch Achtung, Aufmerksamkeit, Feinfühligkeit, Interesse am Menschen und Souveränität in Stresssituationen geprägt sein sollte.